Rituale zum Loslassen

Hallo liebe Leser*Innen,

in einem meiner Mindfulness-Mittwoch-Newsletter habe ich über das Thema Rituale geschrieben, die mir sehr gut dabei geholfen haben, von meiner Trauer, meinem Schmerz etc. endlich loszulassen und zu verzeihen. Unter anderem auch mir selbst.

In den letzten Wochen ging es mir emotional alles andere als gut. Selbst ich habe mir um mich Sorgen gemacht und das soll schon etwas heißen. Ich habe enorm stark um meine vergangene Partnerschaft getrauert, konnte schlecht schlafen und auch an meiner Haut war der emotionale Stress zu erkennen.

Bei einem meiner täglichen Spaziergänge habe ich tief in mich reingespürt und mit einem Mal gemerkt, dass es bei meiner Trauer um mehr ging, als nur um meine vergangene Partnerschaft. Ich erinnerte mich daran, wie ich mich selbst mal vor über zwanzig Jahren in einer mehrjährigen Partnerschaft verhalten habe und dass mein damaliges Verhalten alles andere als okay war.

Obwohl ich mich dafür schon längst bei meinem Ex entschuldigt habe und diese Entschuldigung von ihm auch angenommen worden ist, merkte ich, dass es da immer noch einen Schmerz in mir gab. Von mir selbst verursacht. 

Da beschloss ich, mich mittels eines Rituals von dieser Trauer über mein schlechtes Verhalten zu lösen und mir somit selbst zu verzeihen. Zwei Tage später kamen zwei Freundinnen zu mir und wir machten ein Ritual bzgl. meiner letzten Partnerschaft, wodurch ich an dem Abend die erste Asche hatte, die ich an den Isarauen zur Transformation abgeben wollte.

In Bezug auf meine frühere Partnerschaft entschied ich mich, einen Brief zu schreiben, in dem ich meinem damaligen Ex erklären würde, woran es mir damals gemangelt hat, um mich anders und vor allem respektvoller ihm gegenüber zu verhalten. Ich dankte ihm in diesem Brief für unsere Partnerschaft und las diesen Brief danach noch einmal vor, um so die Botschaft auch laut in die Welt zu bringen. Danach habe ich den Brief verbrannt und hatte somit weitere Asche, die ich zu entsorgen hatte.

Als ich darüber sinniert habe, wie ich mich damals von meinem Ex getrennt habe, dachte ich auch darüber nach, wem ich ansonsten noch alles wehgetan hatte. Bewusst und unbewusst. Was ich gesagt, gedacht und getan hatte, was eine andere Person eventuell geschmerzt hat. 

Aber auch das, was ich in der Vergangenheit nicht gesagt, gedacht oder getan und damit auch jemanden unbewusst oder bewusst verletzt hatte, nahm ich mittels eines Briefes auf, den ich an die Allgemeinheit schrieb. In diesem Brief bat ich auch um Verzeihung und „gelobte“, in Zukunft achtsamer und bewusster zu sein, damit so etwas nach Möglichkeit nicht mehr vorkommt. Angefangen bei meinen eigenen Selbstgesprächen.

In diesem Brief verzieh ich dann auch all den Menschen, die wiederum mir bisher wehgetan haben, weil sie etwas bewusst oder unbewusst gesagt, gedacht oder getan hatten. Oder eben unterlassen haben, was mir auch wehgetan hat. Diesen Brief habe ich dann auch laut vorgelesen und es war interessant, wie viel Schmerz da hochkam, was mich zu der Erkenntnis brachte, dass bei solchen Ritualen manchmal etwas hochkommt, was schon lange tief in einem schlummert.

Diesen Brief verbrannte ich dann auch und machte mich am letzten Samstag zu einem 2,5 Stunden Spaziergang auf, wo ich ein „Mother Earth“ Ritual gemacht habe, über das ich kurz zuvor in einem Buch über Trauer gelesen hatte. Die Serviette, in der ich die gesamte Asche hatte, habe ich dann separat im Kamin verbrannt, da ich sie nicht einfach in der Natur entsorgen wollte.

Am Sonntag Morgen bin ich dann tatsächlich das erste Mal nach etwas über acht Monaten aufgewacht, ohne dieses dumpfe Gefühl von Trauer, Sorgen und Schmerz in mir zu spüren. Das hält nach wie vor an, so dass ich mich wage zu sagen:

Ich bin im Frieden mit dem, was alles war. 

Mit mir und meinen Mitmenschen. 

Mit meinen bisherigen Partnerschaften, Beziehungen, Freundschaften.

Mit meinem eigenen Verhalten und das Verhalten aller anderen Lebewesen.

Denn so wie es auf dem Bild steht, nämlich, dass das Leben zu kurz ist, um etwas oder jemanden nachzutrauern, ist es richtig. Es gibt im Leben nur für zwei Dinge eine Garantie und das sind die Vergänglichkeit und der Tod.

Trauer ist wichtig, wie ich bereits im letzten Beitrag „Wie gehst Du mit Trauer um?“ geschrieben habe, aber es ist auch wichtig, loszulassen, zu verzeihen. Sich selbst und anderen. Alles andere ist auf Dauer nur ungesund.

Richte Du Deine Achtsamkeit jetzt doch mal darauf, mit welchem Ritual Du eventuell etwas verzeihen möchtest. Dir und einer anderen Person:

Was hindert mich noch daran, zu verzeihen?

Wem sollte ich endlich verzeihen?


Was möchte ich mir selbst verzeihen?

Wem möchte ich noch einen Brief schreiben und die Asche dann mittels eines Rituals loslassen?

Welches Verhalten möchte ich zukünftig in einer Partnerschaft nicht mehr ausleben?

Ich danke Dir, dass Du meine Mails liest und freue mich, wenn Du diesen Beitrag an jemanden weiterleitest, den das Thema auch interessiert bzw. dem meine Gedanken weiterhelfen könnten ❤️

Rituelle Grüße ⁠👋⁠

Kim

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