Hast Du eher Fremd- oder Selbstdisziplin?

Hallo liebe LeserInnen,

wie schaut es bei Dir mit der Disziplin aus? Bist Du eher selbstbestimmt oder fremdbestimmt, was Deine Disziplin angeht? Fehlt Dir am Abend die Energie, um noch zum Sport zu gehen und etwas für Dich zu tun, weil Du Deine Kraft schon am Arbeitsplatz verpulvert hast? Oder hast Du Dir Deine Energie so gut eingeteilt, so dass Du abends noch etwas für Dich tun kannst, weil Du weißt, dass das wichtig für Dich ist?

Wenn die Energie nicht mehr ausreicht…

…dann kann es Dir auch schon mal passieren, dass Du abends nicht mehr konsequent bei Deiner Wahl des Essens bist, sondern Du glaubst, eine deftige Mahlzeit würde Dir dann mehr Kraft geben als zum Beispiel ein gesunder Salat. Denn das ist etwas, dass ich schon sehr oft bei meinen Mitmenschen beobachtet habe: Frau oder Mann ist vom Arbeitstag ausgepowert, hat alle Energie dem Arbeitgeber gegeben und daher abends nicht mehr die notwendige Willenskraft, um etwas Gesundes zum Essen auszuwählen. Und es ist egal, ob der Arbeitgeber eine Firma ist, wo jemand angestellt ist oder jemand selbstständig ist und die jeweiligen Kunden die Auftraggeber sind. Denn auch eine freiberufliche Person kann fremdgesteuert bzw. fremddiszipliniert sein. Aber der Reihe nach…

Was ist Disziplin und hat die jede Person?

Disziplin ist dann vorhanden, wenn Du trotz anderer Wünsche, gegenläufiger Gefühle, trotz Lustlosigkeit oder Unannehmlichkeiten, die sich in Dir auftun, schön vernünftig bist und Deine weitere Aktivität auf die momentane Anforderung/Aufgabe ausrichtest. Die meisten von uns kennen das wohl noch aus der Schule, wenn wir dort des öfteren mal die ein oder andere Aufgabe machen mussten, obwohl wir null Bock dazu hatten. In der Schule zeigt sich bereits sehr gut, wer eher zur Fremddisziplin neigt oder selbstdiszipliniert handelt. Wahrscheinlich gibt es auf der Welt auch Menschen, die so gut wie keine Disziplin an den Tag legen, aber das hat dann oft etwas damit zu tun, worin diese Menschen den Sinn im Leben sehen oder leider nicht. Siehst Du keinen Sinn in etwas, ist das Maß an Disziplin auch eher gering…

Achte auf Dein Energielevel!

Wir starten hoffentlich alle am Morgen ausgeruht und voller Vorfreude auf den Tag und unser Energieakku ist voll bis oben hin. Diese Energie verbrauchen wir im Laufe des Tages je nach Anforderung. Wir versuchen mittels Mittagspause und gesunder Ernährung diesem Verbrauch so gut es geht gegenzusteuern, um dann am Abend festzustellen, wieviel von dieser Energie noch da ist.

Bist Du eher extern orientiert, bedeutet also, dass Dir die Anerkennung und das Lob von außen sehr wichtig sind, wirst Du Dich wahrscheinlich tagsüber ziemlich verausgaben und dann kann es sein, dass Du abends im sprichwörtlichen Sinne einfach nur noch platt bist. Dann fehlt es Dir leider an der notwendigen Eigenmotivation, um noch zum Sport zu gehen, ein gutes Buch zu lesen oder etwas Gesundes zu essen. Dein Körper schreit nach neuer Energie und der Gang auf die Couch, bewaffnet mit einer Pizza in der einen und der Fernbedienung in der anderen Hand ist dann eher Realität, als dass Du Deine Sporttasche schnappst oder Dich in Küche stellst, um eifrig Gemüse zu schnippeln.

Bist Du intrinsisch motiviert, ist es Dir wichtiger, was Du von Dir selber denkst und Du bist Dir in Bezug auf Deine ganzheitliche Gesundheit (Körper, Geist, Seele) sehr wichtig, so ist es wahrscheinlich, dass Du eher selbstdiszipliniert bist. Du bringst täglich die notwendige Disziplin auf, weil Du Dir bewusst bist, dass Du alles, was Du tust, letztendlich zunächst für Dich tust. Bist Du selbstdiszipliniert, so ist es eher so, dass Du Deine Energie sehr gut einteilst, so dass Du abends noch in die Joggingschuhe springst und lossprintest oder in der Küche die Salatschüssel rausholst.

Welche Disziplin ist besser?

Ist bei Dir die Fremddisziplin stärker als die Selbstdisziplin, so kann es sein, dass es auf ein von außen auferlegtes Verhalten basiert und/oder Du eher eine gehorsame Person bist und Dich mehr dem Druck der Gruppe (Arbeitsumfeld/Gesellschaft) beugst, als die Persönlichkeitsstruktur, die selbstdiszipliniert veranlagt ist. Denn bei der selbstdisziplinierten Persönlichkeit geht es darum, die Erwartungen, die die Person an sich selber stellt, zu erfüllen. Bei diesem Personenkreis kann es auch öfter passieren, dass sie sich dem Druck einer Gruppe entzieht und dem eigenem Gewissen und Vorstellungen folgen.

In Bezug auf die eigene Ernährung und das persönliche Sportverhalten ist es natürlich gut, wenn jemand ein hohes Grad an Selbstdisziplin aufweisen kann. Allerdings bedeutet das nicht, dass alle selbstdisziplinierten Personen zum Beispiel Nichtraucher sind und alle fremddisziplinierten sind Raucher. Und auch nicht jeder Mensch ist entweder selbstdiszipliniert oder fremddiszipliniert. Ich bin zum Beispiel sehr selbstdiszipliniert, was dazu führt, dass ich bezüglich Sport und Ernährung eher zu dem Teil der Gesellschaft gehöre, die im medizinischen Sinne als sehr fit und sehr gesund bezeichnet werden. Aber ich habe 14 Jahre meines Lebens dennoch geraucht. Da war ich eher undiszipliniert – bis zu dem Moment, als ich beschlossen hatte, damit aufzuhören und dann war ich sehr diszipliniert.

Der Nachteil meiner Selbstdisziplin ist, dass ich sehr selten das tue, was von außen kommt. Oder was für mich wichtig wäre, es zu tun. Ich stehe beruflich gesehen mit mir selber mehr in „Konkurrenz“ als mit meinen Mitkonkurrenten. Das kann dann schon mal dazu führen, dass ich etwas unterlasse zu tun, weil mich die Entwicklung des Marktes nicht so interessiert. Das hat den Vorteil, dass ich mich nicht völlig in meine Arbeit stürze, aber es hatte bisher auch den Nachteil, dass ich dadurch bei manchen Sachen eher mitlief und mich nicht in die vordere Reihe drängte. Daher darf ich meine Selbstdisziplin etwas drosseln und mehr „fremddiszipliniert“ agieren.

Der Vorteil bei einer fremddisziplinierten Person ist, dass sie sich ganz anders einbringt und engagiert. Dass sie auch mal Aufgaben erledigt, die nicht der Burner sind, aber eben für das Große und Ganze gemacht werden müssen. Der Nachteil der fremddisziplinierten Person ist, wie bereits oben erwähnt, ihr auspowern für andere. Dadurch bleibt zu wenig Zeit und zu wenig Energie für sich selber.

Wie immer gilt: das Leben liebt die Balance!

Kann ein eher selbstdisziplinierter Mensch zum fremddisziplinierten werden? Ja, das kann er schon, aber dafür muss eine Menge im Leben der jeweiligen Person passieren und das wünsche ich ihr nicht. Genauso wenig, wie eine eher fremddisziplinierte Person zu einer selbstdisziplinierten mutieren soll. Denn beides hat, wie so oft im Leben, seine Vor- und Nachteile. Es kommt vielmehr darauf an, sich bewusst zu werden und zu machen, welche Persönlichkeitsstruktur mehr in einem selber angelegt ist und dann darauf zu achten, dass das eigene Leben schön ausbalanciert gelebt wird.

Ich bin in zwei Wochen zum nächsten Modul meines 2-Jahres-Trainings zur Persönlichkeitsentwicklung, über das ich Dir in meinem Beitrag „Sag mir, wer Du bist!“ berichtet habe. Dieses Modul beinhaltet das eigene Verhalten in der Gruppe und den persönlichen Grad an Konfliktbewältigung. Das wird bzgl. der Disziplin sehr spannend, denn für Personen wie mich, ist es oft ein Tanz auf dem Seil, wenn ich mich in einer Gruppe befinde, die ich nicht so gut kenne und wo an mich Erwartungen gestellt werden, die ich manchmal aber nicht bereit bin, zu erfüllen. Da zeigt sich dann sehr gut, welcher Disziplin ich folgen werde oder auch nicht 🙂

Und das Gleiche gilt für die Teilnehmer, die eher einer „fremden“ Disziplin folgen, denn die neigen dann dazu, auch schon mal Dinge zu machen, die sie eigentlich nicht wollen, aber von den führenden Teilnehmern in der Gruppe gefordert werden. Für diese Persönlichkeitsstruktur ist so ein Training oft sehr wichtig, weil sie das Leben in einer Gruppe mit klar gefassten Tagesplan brauchen und gerne willig sind, dem Rest der Gruppe zu folgen. Leider machen sie sich oft von der Gruppe abhängig und haben dann ein Problem, wenn die Gruppe nicht mehr da ist.

Wie Du also siehst, steckt in jedem von uns Disziplin. Die Frage ist immer nur, wonach sich diese ausrichtet und ob sie zu einem ausbalancierten, gesunden Leben verhilft.

Wie schaut es bei Dir aus? Welcher Disziplin-Typ bist Du? Fremd- oder eher selbstdiszipliniert? Und wo liegen die Vorteile Deiner Disziplinstruktur und wo die Nachteile?

Schreibe mir gerne an info@kimfleckenstein.com oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Herzliche Grüße 🙂

Kim

 

 

2 Gedanken zu „Hast Du eher Fremd- oder Selbstdisziplin?“

  1. Hallo liebe Kim,

    jetzt weiß ich auch, warum ich mein ganzes Leben schon so oft ausgelaugt bin und oft nur Mühe hatte nach Feierabend mich zum Sport „aufzuraffen“ Dinge zu tun die mir Spaß machen, obwohl mir meine Sportart Spaß macht! Ich bin definitiv ein Fremddisziplinierter Mensch. Ängste zu haben, dass man bei der Arbeit alles richtig gemacht hat, war schon immer mein Problem. Was kann man dagegen tun?

    LG Anja

    Antworten
    • Hallo liebe Anja,
      vielen Dank, dass Du meinen Blogartikel gelesen und erkannt hast, dass Du eher zur Fremddisziplin neigst!
      Zunächst einmal darfst Du Dir Gedanken darum machen, Wozu Du Deine Energie mehr anderen gibst, als für Dich gut ist? Was möchtest Du damit erreichen? Welche Ängste, Sorgen, Zweifel stecken in Dir, wenn Du das nicht mehr so tun würdest?
      Grundsätzlich bedeutet es nämlich nicht, wenn Du mehr Energie für Dich aufhebst (selbstdiziplinierter mit Dir und Deiner Energie haushaltest), dass Du dadurch Verluste erleidest, weniger gut/anerkannt etc. bist, denn das ist meistens das, wovor sich die „Fremddisziplinierten“ fürchten/sorgen.
      Auch wäre es gut, wenn Du Dir einen Coach Deiner Wahl suchst und mal in Dich Zeit/Energie investierst, um herauszufinden, welche Muster/Programmierungen in Dir schlummern und verändert werden dürfen.
      Herzliche Grüße
      Kim

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