Welchem Ende gibst Du einen neuen Anfang?

Hallo liebe Leser*Innen,

ich hatte letztens mit einer Klientin darüber gesprochen, wie Kinder und Tiere im Hier und Jetzt sein können, woraufhin ich den kleinen Blogbeitrag „Wie oft bist Du tatsächlich im Moment?“ geschrieben habe.

Meine Klientin erzählte mir dann, dass sie ihrer Tochter und ihrem Sohn aus einem Buch vorliest, das sie mit ihnen beinahe täglich anschaut und bespricht.

Bei einem dieser Vorlese-Abende wippte ihre Tochter plötzlich unruhig auf ihrem Schoß hin und her und war unheimlich aufgeregt, als sie im Buch eine spannende Stelle erreicht hatten. 

Meine Klientin sagte zu ihr:

„Du musst keine Angst haben, Du weißt doch was passiert. Dass der Leopard sie nicht schnappt.“

Ihre Tochter entgegnete daraufhin:

„Aber Mama, vielleicht schafft er es heute!“

Wir waren beide begeistert, wie sehr ihre Tochter einerseits trotz wiederholter Male des Vorlesens derselben Geschichte im Hier und Jetzt ist, aber andererseits vor allem die Möglichkeit sieht, dass die Geschichte dieses Mal anders ausgehen könnte. 

Meine Klientin sagte mir dann, dass sie sich in dem Moment über sich selbst geärgert hat, dass sie zu ihrer Tochter gesagt hat, dass diese doch wüsste, was passiert. Das war natürlich gedacht, um die Tochter in ihrer Aufgeregtheit zu beruhigen, von ihr also lieb gemeint. Aber meiner Klientin ist bei der Antwort ihrer Tochter so bewusst geworden, wie wir Erwachsenen oftmals die eigene Phantasie, die Möglichkeit für einen anderen Ausgang gar nicht (mehr) nutzen.

Ein paar Vor-Urteile

Wie oft stehen die Menschen morgens auf und meinen zu wissen, wie der Tag verlaufen und enden wird?

Wie nervig das Meeting gleich wieder wird?

Dass der erste Monat im neuen Jahr ein eher trübseliger Monat sein wird, der eh nur mit ganz vielen Rechnungen für Versicherungen etc. startet?

Dass Person XY sich wieder so und so verhalten wird?

Immer dann, wenn wir meinen das Ende schon zu kennen, gehen wir auch in dieser Haltung in die Situation. Wir können so dann den Blick für die Nuancen einer subtilen Veränderung verlieren. Mit den Scheuklappen, die wir uns aufsetzen, indem wir sagen, dass wir ja eh schon wissen wie es ablaufen wird, nehmen wir uns selbst die Chance, etwas Anderes zu erleben…

Jeder neue Tag bietet uns die Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln, aus einem anderen Blickwinkel als bisher auf etwas zu schauen. Eine neue Woche hat viele Situationen, die anders oder sogar ganz neu ablaufen können. Ein neuer Monat macht die Bandbreite noch größer und ein neues Jahr bringt oftmals fast einen ganz neuen Anfang 😀

Wo nimmst Du schon das Ende vorweg, weil Du meinst zu wissen, wie es ausgehen wird?

Welche Kapitel willst Du nochmal öffnen, um zu schauen, wie es auch anders verlaufen könnte?

Ich danke Dir, dass Du meine Blogbeiträge liest. Solltest Du jemanden kennen, den dieser Beitrag auch interessieren könnte, so leite diesen Blogbeitrag sehr gerne weiter ❤️

Herzliche Grüße ⁠👋⁠

Kim

P.S. Mein Seminar in 2022 „Scheitern in Erfolg verwandeln“ ist online!


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